| | Liebe Zornies, liebe Freunde der Zornies,
ein Jahr geht zu ende, führt uns gerade noch einmal mächtig aufs Glatteis. Ja so ist das mit den Jahren, sie beginnen kalt und enden kalt. Umso wichtiger ist da ein wenig menschliche Wärme mittendrin.
Früher dachte ich, es ginge bei politischem Engagement nur den Ego sich selbst an die Spitze was für-immer-auch-einer-Bewegung zu bringen. Ich dachte, es geht allen Aktiven nur um sich selbst, nicht um die Sache.
Vor drei oder vier Jahren sah ich nach 20 Jahren Abstinenz die Notwendigkeit mich einzubringen - für eine Sache, einen Tarif, Gerechtigkeit.
Doch dann musste ich feststellen, es ging kaum jemandem um die Sache. Es ging fast allen nur um sich selbst, ihre Stellung in einer Bewegung, in einem System.
So muss ich mich mittlerweile sogar fragen, wer überhaupt auf welcher Seite steht. Reinhard Mey singt in etwa: Du hälst sie arm, ich halt sie still. Ist das die Politik des 21. Jahrhunderts?
Der Raum, in dem sich unser gesellschaftliches Leben abspielt, wird immer enger. Da wird weder ein arm, noch ein still halten auf Dauer gelingen. Aber gut, die selbst gekrönten Vasallen ihrer Sucht können nicht aufhören. Sie werden nie aufhören können sich zu krönen und die Gesellschaft zu knechten. Das ist nicht anerzogen. Es ist eine Sucht wie das Rauchen. Eine Sucht, die am Ende immer ins Unglück führt, Unglück für Milliarden von Knechten, Unglück für diejenigen, die denken sie würden an der Spitze stehen.
Doch am Ende, wenn alle eins sind, weil die Seelen nach dem Tod ... was-auch-immer, dann hat es nie eine Rolle gespielt wer wir waren, was wir taten, wie wir sind, außer - wir haben andere verletzt. Das macht uns am Ende sehr klein und armseelig.
Oder ist es am Ende vielleicht gar nicht mehr wichtig. Siegt am Ende das Mitgefühl, weil wir erkennen, dass all das ach-so-wichtige-Handeln nur eine grausame Krankheit war, die der Pest vielleicht an nichts nachstand?
Wie dem auch sei...
Im letzten Jahr sind zwei Dinge im Umfeld von Z-o-r-n deutlich gewachsen:
die Hysterie und Aggression dem Chor gegenüber - von Menschen, die uns nur benutzen wollten und feststellen mussten, dass wir nur tun, was wir für sinnvoll erachten, uns jedoch nicht benutzen und instrumentalisieren lassen, wenigstens nicht dauerhaft,
das Interesse am Chor von Seiten derer, denen es um Hilfe für die Menschen, für das Volk, geht und nicht um sich selbst. Wenn etwas an Bestand gewinnen sollte, dann ist es diese Richtung.
Hysterie und Aggression beschäftigen sich letztendlich immer nur mit sich selbst. Es ist, als sitze jemandem etwas im Nacken - auch eine Art Sucht vielleicht.
Leider musste ich gerade in diesem Jahr zu akzeptieren lernen, dass sich Menschen, die ich für klug und intelligent hielt, durch eine Überflut von (häufig gezielten Des-)-Informationen aufhetzen lassen. Seit dem "Besuch der alten Dame" hat sich nichts geändert und das ist zutiefst zu bedauern. Was Dürrenmatt seinerzeit reflektierte gilt auch heute noch und ich schäme mich es in Worte zu fassen.
So endet das Jahr 2009 mit einer Fülle von Erfahrungen und Erkenntnissen, die zu erfahren und zu gewinnen es durchaus wert und wichtig war. Und dafür bin ich allen Akteuren, den angenehmen wie den unangenehmen wirklich dankbar.
Und nicht zuletzt möchte ich mich bei allen bedanken, die wieder aktiv dabei gewesen sind. Und das sind an der einen oder anderen Stelle durchaus weit mehr als nur der harte Kern. Wir haben ein paar tolle Auftritte gehabt. Wir haben wichtige Diskussionen geführt. Wir haben begonnen einige Dinge zu sehen, wie die Dinge wirklich sind.
Mit diesem Gedanken möchte ich mich für das begangene Jahr bei allen bedanken und Euch eine gute und klare Zeit wünschen!
Euer Frank
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